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Datum: 19.10.2026

Groß angelegte MERO-Ölschadensübung

Einsatzkräfte trainieren den Ernstfall entlang der MERO-Pipeline

Im östlichen Landkreis Schwandorf fand kürzlich eine groß angelegte MERO-Ölschadensübung statt. Rund 180 Einsatzkräfte von Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk (THW) und dem Rettungsdienst nahmen gemeinsam mit Spezialgerät der Ölwehr an der Übung teil. Das Sachgebiet Katastrophenschutz des Landratsamtes Schwandorf sowie die Führungsspitze der Kreisbrandinspektion waren ebenfalls zugegen.

Ziel der Übung war es, den Sonderalarm- und Einsatzplan MERO unter realitätsnahen Bedingungen zu erproben und die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen für den Ernstfall zu festigen. Die regelmäßige Durchführung im Zweijahresrhythmus ist verpflichtend und dient dazu, die festgelegten Einsatzabläufe zu überprüfen und die Einsatzbereitschaft sicherzustellen.

Die Übung erstreckte sich auf die Streckenabschnitte B 19 und B 20 der MERO-Pipeline. Im Abschnitt B 19 wurde der Bereich von der Schieberstation LV 19 bis zur Schieberstation LV 22 beübt. Dieser umfasst die Strecke von Tännesried an der Landkreisgrenze Cham bis nach Zengeröd im Gemeindegebiet Winklarn. Im anschließenden Abschnitt B 20 liegt der Übungsbereich zwischen der Schieberstation LV 20 und der Schieberstation LV 21, von Zengeröd bis auf Höhe Fischerhof. Die Einsatzleitung hatte  zunächst die Freiwillige Feuerwehr Winklarn inne, bevor sich der für den Inspektionsbereich Ost zuständige Kreisbrandinspektor Christian Weinfurtner  als vorbenannter Örtlicher Einsatzleiter mit seiner Unterstützungsgruppe UG-ÖEL nach Katastrophenschutzrecht einsetzte und vom Landratsamt bestätigt wurde. Er übernahm die von der Feuerwehr Winklarn bereits eingerichtete Einsatzleitung im Feuerwehrgerätehaus Winklarn. Von dort aus wurden die Übungsmaßnahmen koordiniert, die Zusammenarbeit der eingesetzten Kräfte gesteuert und wichtige Einsatzentscheidungen getroffen.

Ein Schwerpunkt der Übung lag auf der Lecksuche entlang des Leitungsverlaufs sowie an den angrenzenden Gewässern. Darüber hinaus wurden sämtliche im Sonderalarmplan für die betroffenen Streckenabschnitte vorgesehenen Ölsperren aufgebaut. Damit sollte insbesondere das Vorgehen bei einem möglichen Ölaustritt und die Begrenzung einer Ausbreitung in Fließgewässern trainiert werden.

Weitere Übungsbestandteile waren die Aufnahme von ölkontaminiertem Erdboden sowie die Trennung und fachgerechte Entsorgung des aufgenommenen Öls. Auch das richtige Verhalten der Einsatzkräfte beim Auffinden einer Leckstelle unter besonderer Beachtung möglicher Explosionsgefahren (Ex-Gefahrenabschätzung) wurde intensiv geschult.

Darüber hinaus wurde eine Befehls- und Sammelstelle eingerichtet und die im Alarmplan festgelegten Kommunikations- und Koordinierungsabläufe überprüft. Der Einsatz von Spezialgerät der Ölwehr ermöglichte es, die vorgesehenen Maßnahmen zur Schadensbegrenzung und Ölschadensbeseitigung praktisch zu trainieren.

Neben den Feuerwehren und dem THW war auch der Rettungsdienst in die Übung eingebunden. Fachberater und Verbindungsbeamte der beteiligten Fachdienste unterstützten die Durchführung. Die Übungsleitung übernahmen Feuerwehrführungskräfte der Kreisbrandinspektion, darunter Kreisbrandinspektoren (KBI) und Kreisbrandmeister (KBM).

Durch die gemeinsame Übung sollen die organisationsübergreifende Zusammenarbeit gestärkt, die festgelegten Abläufe auf ihre Praxistauglichkeit überprüft und mögliche Verbesserungsbedarfe erkannt werden. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Vorbereitung auf einen möglichen Schadensfall an der MERO-Pipeline geleistet. Vertreter des Landratsamts Schwandorf und der Kreisbrandinspektion sprachen von einer rundum gelungenen Einsatzübung und dankten allen Beteiligten für ihre professionelle und zielorientierte Mitarbeit.