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Das Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis)

Wer zur Zeit draußen unterwegs ist, findet in vielen Wiesen neben dem satten Gelb des Löwenzahns auch ein Meer aus hell lila und weißen Blüten. Diese gehören dem Wiesen-Schaumkraut, das auf nährstoffreichen, feuchteren Wiesen und Rasen, in Flachmooren und feuchten, lichten Wäldern wächst.

Die botanische Bezeichnung setzt sich zusammen aus dem griechischen Wort für „Kresse“ und lateinisch „pratensis“, was mit „auf Wiesen wachsend“ übersetzt werden kann. Der deutsche Name bezieht sich auf das häufige Vorkommen von Schaumhäufchen, die einer Insektenlarve als Lebensraum dienen. Diese Schaumzikade saugt Saft aus dem Stängel, der zusammen mit einem ausgeschiedenen, versteiften Wachs durch die Atemluft „aufgeblasen“ wird. Dieser oft „Kuckucksspeichel“ genannte Schaum dient als Schutz vor Austrocknung und vor Feinden. Im manchen Regionen wird das Wiesen-Schaumkraut auch Kuckucksblume oder Muttertagsblume genannt.

Von April bis Juni entwickelt die Pflanze unzählige kleine Blüten, die sehr nektarreich sind. Sie werden durch zahlreiche Insekten wie zum Beispiel den Aurora-Falter angeflogen, da dessen Raupen sich gern von dem Pflanzensaft des Schaumkrautes ernähren. Das Tagfalter-Männchen ist unverwechselbar an seinen orangen Flügelspitzen zu erkennen.

Die Pflanzensamen befinden sich in einer Schote, die bei Reife aufspringt. Wenn die grundständigen Blätter feuchten Boden berühren, dann passiert es sehr oft, dass sich an den Ansatzstellen der Fiederblättchen wurzelnde Brutknospen bilden, die zu selbständigen Pflanzen heranwachsen.

Das Wiesen-Schaumkraut gehört zu den Kreuzblütlern. Es ist mit der Brunnenkresse verwandt und ebenso wie diese essbar. Es hat einen leicht scharfen, würzigen und bitteren Geschmack. Die jungen Blätter lassen sich zu Salat verarbeiten. Klein gehackt würzt die Pflanze Frischkäse und Quark mit leicht scharfem und kresseartigem Geschmack. Auch als Hausmittel findet die Pflanze Anwendung: Wiesen-Schaumkraut-Tee gilt als Heilmittel gegen Rheuma.

2006 wurde das Wiesen-Schaumkraut zur „Blume des Jahres“ ernannt. Obwohl die Feuchtwiesenart bundesweit verbreitet ist, soll mit der Wahl auf die allmähliche Gefährdung durch Entwässerungsmaßnahmen z.B. von feuchten Wiesen aufmerksam gemacht werden.

Bei uns ist das Wiesen-Schaumkraut noch häufig anzutreffen und verwandelt die Wiesen an manchen Stellen bis zum ersten Schnitt in einen weißen Blüten-Teppich.

Link: Blume des Jahres 2006

Weitere Bilder:

Wiesen-Schaumkraut
Wiesen-Schaumkraut
Wiesen-Schaumkraut