Sprungziele
Inhalt

 

Die Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)

Will man diese Pflanze aus der Nähe ansehen, muss man aufpassen, dass man sich keine nassen Füße holt. Die Sumpf-Dotterblume, ursprünglich in Auen- und Bruchwäldern vorkommend, ist heute in unserer Kulturlandschaft vor allem an Quellen, an Bach- und Grabenrändern und auf feuchten, nährstoffreichen Wiesen verbreitet. Dieses Feuchtgrünland, das nach seiner Charakterart als „Sumpfdotterblumenwiese“ bezeichnet wird, bietet im Frühsommer durch bunt blühende Begleitarten einen farbenprächtigen Anblick.

 

Die Sumpf-Dotterblume gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und wird je nach Standort 15 - 50 cm hoch. Die saftigen, hohlen Stängel sind verzweigt und tragen dunkelgrün glänzende, herz- bis nierenförmige, am Rand gekerbte Blätter. Im März bis ca. Juni erscheinen die schalenförmigen, dottergelben Blüten, die an den Hahnenfuß erinnern, jedoch deutlich größer sind. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, die durch reichlich Pollen und Nektar angelockt werden. Wenn die kleinen Früchte reif sind, stehen sie sternförmig nach oben gerichtet und bilden so einen Auffangnapf für Regentropfen. Ein in diese Schale treffender Tropfen schleudert die Samen heraus, die schwimmfähig sind und durch das Wasser verbreitet werden.

 

Die Bedeutung des Gattungsnamens „Caltha“ ist nicht ganz klar, möglicherweise bedeutet er „Korb“ oder „Schale“ und beschreibt damit die schalenförmigen Blüten. Der Artname „palustris“ (von lateinisch „palus“ = „Sumpf“) weist auf ihr Vorkommen an feuchten Standorten hin. Die volkstümlichen, deutschen Bezeichnungen spielen eher auf die goldgelbe Blütenfarbe an. Sie wird je nach Region auch als Schmalz-, Butter-, Eier- und Kuhblume, Wiesengold oder Goldrose bezeichnet.

 

Sumpf-Dotterblumen sind als schwach giftig bis giftig einzuordnen. Trotzdem wurden sie in der Vergangenheit als Färbepflanzen für Milchprodukte („Butterblume“) sowie vereinzelt in der Pflanzenheilkunde verwendet.

 

Die 1999 zur „Blume des Jahres“ gewählte Pflanze ist bundesweit im Rückgang begriffen. Ursache ist vor allem die großräumige Entwässerung der Landschaft durch die Begradigung von Bächen und die Trockenlegung vormals feuchter Wiesen und Niedermoore. Bei uns ist die Sumpf-Dotterblume zum Glück noch relativ häufig zu finden, so dass sie mit ihren sonnigen Tupfern feuchte Stellen in der Natur, aber auch unsere Sinne erhellen kann.

 

Link: Blume des Jahres 1999

Weitere Bilder:

Sumpf-Dotterblume
Sumpf-Dotterblume
Sumpf-Dotterblume