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Majas (fast) unbekannte Verwandte: Wildbienen

In Bayern gibt es außer der allseits bekannten Honigbiene noch über 500 weitere Bienenarten, die aufgrund ihrer Lebensweise als „Wildbienen“ bezeichnet werden. Obwohl die wenigsten Menschen etwas über diese Tiere wissen, spielen sie doch eine wichtige Rolle als Bestäuber vieler unserer Kulturpflanzen.

Unter den Wildbienen ist die Farben- und Formenvielfalt beträchtlich. Es gibt behaarte, unbehaarte, schwarze, rot gefärbte oder wespenartig gelb gestreifte, die auf den ersten Blick oftmals gar nicht als Bienen erkannt werden. Die Größe reicht von wenigen Millimetern bis zu drei Zentimetern.

Zusammen mit Wespen und Ameisen gehören Bienen systematisch zu der Ordnung der Hautflügler. Im Gegensatz zu den Wespen und Ameisen jedoch ernähren sich Bienen ausschließlich vegetarisch von Pollen und Nektar. Die weiblichen Tiere besitzen einen Giftstachel. Man muss sich vor Wildbienen jedoch nicht fürchten, denn sie gebrauchen ihn nur zur Selbstverteidigung. Im Vergleich zu Honigbienen und Wespen sind Wildbienen sehr viel friedfertiger und greifen den Menschen auch in nächster Nähe ihrer Nester nicht an.

Ein Leben allein

Die Lebensweisen von Honig- und Wildbienen, zu denen auch die Hummeln gehören, unterscheiden sich in manchen Punkten. So ist die mehrjährige Staatenbildung der Honigbiene eine Ausnahme. Die meisten Wildbienen leben nur für einen kurzen Zeitraum und solitär. Dies bedeutet, dass jedes Weibchen für sich allein sein Nest baut und seine Brut versorgt, also ohne Mithilfe von Artgenossen. Nur die wenigen Hummelarten bilden Völker, die aber bloß ein Jahr bestehen. Daher gibt es für die Wildbienen keinen Grund, Honigvorräte für den Winter anzulegen.

Wildbienen sind vom Frühjahr bis Herbst zu beobachten. Die ersten Arten schlüpfen schon Ende Februar aus den Brutröhren. Nach der Paarung legen die Weibchen neue Brutröhren mit einzelnen Brutkammern an. In jede Brutkammer kommt ein Gemisch aus Pollen und Nektar als Futtervorrat für das darauf abgelegte Ei. Danach wird die Kammer geschlossen und eine weitere Brutzelle angelegt. In der Brutzelle entwickelt sich die Larve, die in der Regel im darauffolgenden Jahr als fertiges Insekt schlüpft.

Einige Wildbienenarten sind im Laufe der Evolution von der ursprünglichen Lebensweise abgewichen. Sie fliegen die Nistbereiche anderer Wildbienen ab, um ihre Eier in unbemerkten Momenten in bereits angelegte Brutzellen abzulegen. Diese Arten, die häufig auf eine oder wenige Arten spezialisiert sind, werden „Kuckucksbienen“ genannt.

Nistplatz und Nahrung

Bei den Wildbienen unterscheidet man Arten, die im Boden nisten und solche, die ihre Niströhren oberhalb der Erdoberfläche anlegen.

Die bodennistenden Arten bevorzugen lückig bewachsene Sand- oder Lehmflächen, in die sie ihre Niströhren graben. Fast drei Viertel aller Arten nisten in der Erde.

Die Wildbienen, die oberhalb der Erdoberfläche nisten, nutzen alte, hohle Pflanzenstängel, Hohlräume und Ritzen in Mauerwerken oder alte Käferfraßgänge in Totholz. Andere nagen ihre Nester selbständig in Altholz oder benutzen verlassene Schneckenhäuser.

Hinsichtlich der Nahrung gibt es viele Bienen, die keine besonderen Ansprüche haben. Sie sammeln an verschiedensten Blüten Pollen und Nektar. Einige Spezialisten hingegen sind auf wenige Pflanzen angewiesen und benötigen deren Pollen für die Verproviantierung ihrer Brutzellen. Das bedeutet, dass diese Spezialisten auch nur an Orten zu finden sind, an denen die entsprechenden Pflanzen vorkommen.

Wildbienen, deren Weibchen den Pollen mit einem Haarfilz am Bauch abfegen und eintragen, werden als „Bauchsammler“ bezeichnet. „Beinsammler“ sind Bienen, deren Weibchen an den Beinen Sammel- und Transportvorrichtungen für Blütenstaub haben. Außerdem gibt es noch „Kropfsammler“, die Nektar und Pollen verschlucken und ihn dort transportieren.

Wildbienen schützen und fördern

Wildbienen sind bedroht. Knapp die Hälfte unserer Bienenarten gilt in ihrem Bestand als gefährdet und ist in der Roten Liste aufgeführt. Der Grund hierfür ist in erster Linie in der Verschlechterung ihrer Lebensräume zu sehen. Wildbienen sind auf Futterpflanzen und geeignete Neststrukturen innerhalb ihres Flugradius angewiesen. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und den anhaltenden Flächenverbrauch nehmen artenreiche Blumenwiesen aber auch offene Brachflächen stetig ab, was vielen Wildbienen das Leben erschwert.

Zum Schutz der Wildbienen kann jedoch auch jeder einzelne in seinem Garten etwas beitragen. Für Bodennister ist es günstig, kleine sonnige Bereiche im Garten nicht jedes Jahr zu bearbeiten oder sonnige Böschungen anzulegen. Als Pollen- und Nektarpflanzen sollte man heimische Pflanzenarten, beispielsweise alte Bauerngartenpflanzen wählen. Auch Glockenblumen und Gewürzpflanzen bieten hervorragende Nahrung für Wildbienen.

Wo es möglich ist, sollten „unaufgeräumte“ Ecken mit abgestorbenen Pflanzenstängeln oder Rohbodenstandorte wie Maulwurfshügel belassen werden. Für diesen „Mut zur Unordnung“ sind die Wildbienen dankbar!

Nisthilfen für die Wildbienen

Ein vielfältiges Blütenangebot im Garten und auf der Terrasse wird von verschiedenen Wildbienen-Arten auch im Siedlungsraum sehr gerne genutzt. Sobald die Bienen genügend Nahrung finden, legen sie vielleicht sogar ihre Nester in der Nähe an. Dabei können die Tiere durch geeignete Nisthilfen unterstützt werden.

Für Nistplätze kann man, wo es möglich ist, tote Äste an Obstbäumen belassen oder auch künstliche Nisthilfen für holznistende Arten anfertigen. Dazu stattet man Holzscheiben mit unterschiedlich großen Löchern aus (ca. 2 - 10 mm dick und 5 - 10 cm tief) oder bietet Schilfhalme, Bambusstängel oder Falzziegel an. Dabei sollte man auf einen sonnigen Standort und auch Regenschutz achten.

Weitere Infos im Faltblatt: "Wildbienen im Naturpark Oberpfälzer Wald"

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