Der blaue Frosch: Der Moorfrosch
Der dieses Mal vorgestellte Moorfrosch ist v.a. aufgrund einer Farbänderung bekannt: Während des Höhepunktes der Paarungszeit kann die Haut der Männchen nämlich eine intensive Blaufärbung entwickeln. Mit zunehmender Balzaktivität im Gewässer ist eine immer stärker werdende Blauverfärbung bei den Männchen zu erkennen, die individuell meist nur wenige Tage andauert. Welche Faktoren diese Umfärbung und ihre Intensität verursachen, ist nicht im Einzelnen geklärt.
Der Moorfrosch - ein Steckbrief
Der Moorfrosch erreicht eine Größe von etwa sieben Zentimetern. Die Oberseite ist meist hell- bis dunkelbraun gefärbt. Der Körper ist ziemlich schlank und die Schnauze ist kurz und spitz. Die Pupillen stehen waagrecht. Das Trommelfell ist deutlich sichtbar innerhalb des Schläfenflecks, aber recht klein (Größe etwa 2/3 des Augendurchmessers) und weit vom Auge entfernt. Über den Rücken läuft meist ein breites helles Längsband, welches dunkel gesäumt ist. Die Drüsenleisten auf dem Rücken sind oft weiß gerandet und deutlich ausgeprägt. Die Bauchseite ist weißlich und meist ungefleckt.
Schon früh im Jahr unterwegs
Bereits im Februar können Moorfrösche ihre Winterquartiere verlassen, sobald die Lufttemperatur an mehreren Tagen hintereinander über 10°C beträgt. Teilweise schon Anfang März, meist aber Ende März bis Anfang April laichen dann alle Tiere einer Population innerhalb weniger Tage (sog. "Explosivlaicher“). Der Paarungsruf der Männchen ist ein leises Glucksen wie „uog ...uog ... uog...“ – ähnlich dem Blubbern entweichender Luft aus einer unter Wasser getauchten, leeren Flasche. Die Paare suchen sich einen Laichplatz, der in besonnten Flachwasserzonen, mehrere Meter vom Ufer entfernt, etwa 10 - 30 cm unter der Wasseroberfläche auf einer Pflanzenunterlage liegt. Jedes Weibchen legt meist einen Laichballen mit 500 bis mehreren Tausend Eiern auf bzw. zwischen die Unterwasservegetation ab. Danach halten sich die Moorfrösche noch mehrere Wochen in der Nähe der Laichgewässer auf.
Die Kaulquappen schlüpfen temperaturabhängig nach 5 - 25 Tagen und benötigen 6 - 16 Wochen bis zur Metamorphose. Die ersten Jungfrösche können deshalb bereits ab Juni an Land gehen, oder erst im September, und sind nach zwei bis drei Jahren geschlechtsreif. Moorfrösche können über 10 Jahre alt werden.
"Sauer (und nass) macht lustig"
Der Moorfrosch besiedelt ausschließlich Lebensräume mit hohen Grundwasserständen oder staunassen Flächen, u.a. Hochmoor-Ränder, Zwischen- und Niedermoore, Au- und Bruchwälder, wechselfeuchte Kiefernwälder, Feucht- und Nasswiesen. Als Laichgewässer werden Teiche, Weiher, Altwässer oder Gräben genutzt. Notwendig sind Flachwasserzonen und stärkerer Bewuchs, gute Besonnung, schwach bis mäßig saures Wasser (pH > 4,5) und keine oder wenig Fische. Laich und Kaulquappen weisen als besondere Anpassung an diesen Lebensraum eine Toleranz gegenüber leicht erhöhten Säurewerten auf.
Sommerhabitate sind Flächen mit üppiger Krautschicht in lichten Au- und Bruchwäldern, in wechselfeuchten Kiefernwäldern oder Moorflächen in der Nähe der Laichgewässer (etwa 1000 m im Umkreis), wo die Moorfrösche sich tagsüber in Binsen- und Grasbulten verstecken, die Sicht-, Wind- und Sonnenschutz bieten.
Hilfe für den Moorfrosch
Der Moorfrosch ist in Deutschland streng geschützt und gilt in Bayern nach der Roten Liste als in seinem Bestand "vom Aussterben bedroht". Er wird von der EU als "streng zu schützende Tierart" eingestuft. Durch Entwässerung von Feuchtgebieten und durch Intensivierung der teichwirtschaftlichen oder fischereilichen Nutzung in Teichen und Weihern, insbesondere durch vollständiges Ausräumen der Vegetation, ist der Lebensraum des Moorfroschs gefährdet. Durch die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft im direkten Umfeld der Laichgewässer werden Landlebensräume und Winterquartiere für den Moorfrosch oft ungeeignet.
Wichtig zur Förderung des Moorfroschs sind beispielsweise die Extensivierung von Teichen oder die Wiedervernässung trocken gefallener Moor-, Au- und Feuchtwälder im Umfeld der Laichgewässer. Auch die Anlage von Pufferstreifen zur Reduzierung von Nähr- und Schadstoffeinträgen aus angrenzenden Intensivnutzungen sowie die Entnahme von Gehölzen, die frühere oder potenzielle Laichgewässer beschatten, helfen dem Moorfrosch.
Weitere Infos im Faltblatt „Der Moorfrosch im Naturpark Oberpfälzer Wald“.
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