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Faszinierend, aber gefährdet: Die Kreuzotter

Die Kreuzotter ist die einzige Giftschlange Bayerns – und ein faszinierender und wichtiger Teil unserer heimischen Fauna. Da in den vergangenen Jahren die Zahl der Tiere vielerorts stark zurückgegangen ist, begegnet man ihr nur noch selten, z. B. bei Spaziergängen in lichten Wäldern oder Auen. Aber selbst dann wird das gut getarnte Tier leicht übersehen. Als Reptilien lieben Kreuzottern sonnige Biotope. Um die Wärme der Sonne zu tanken, legen sie sich gerne an Waldränder, aber auch auf Wege, wo wir sie dann zu Gesicht bekommen.

Die Kreuzotter - ein Steckbrief

Kreuzottern haben ein typisches X- oder V-förmiges Abzeichen auf dem Kopf, ein Zickzackband auf dem Rücken sowie Längsstreifen an den Kopfseiten. Sehr variabel hingegen ist die Grundfarbe der Tiere: sie reicht von fast weiß bis grau, von gelb bis braun oder von rot bis kupferfarben. Manche Tiere sind auch komplett schwarz. Auch an ihrem eher gedrungenen Körperbau, ihrem kurzen Schwanz, dem deutlich abgesetzten Kopf und den senkrechten Pupillen sind Kreuzottern zu erkennen. Ausgewachsene Tiere sind 50 bis 80 cm lang und bis zu 200 g schwer.

Ihr Gift benötigen Kreuzottern für die Jagd auf Beutetiere. Einen Menschen greifen die Tiere niemals von sich aus an. Sie beißen nur, wenn sie sich verteidigen müssen, also wenn sie angefasst oder getreten werden und keine Möglichkeit haben, zu fliehen.

Feucht und kühl, aber sonnig: Entwicklung und Lebensräume

Je nach Jahreszeit haben Kreuzottern ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Dementsprechend suchen sie unterschiedliche Lebensräume auf: Den Winter verschlafen die Tiere in Erdspalten oder Baumstümpfen in frostfreier Tiefe. Mit der Schneeschmelze Mitte bis Ende März verlassen sie ihre Winterquartiere und suchen sich ein sonniges Plätzchen. Anfang Mai machen sich Männchen und Weibchen zu den Paarungsplätzen auf, die bis zu einem Kilometer von Winterquartier und Sonnenplatz entfernt liegen können. Nach der Paarung wechseln die Männchen in ihre Sommerreviere. Die trächtigen Weibchen nutzen die Paarungsplätze als Kinderstube. Zwischen August und Oktober bringen sie vier bis 15 lebende Junge auf die Welt. Diese sind bei der Geburt etwa so lang und dick wie ein Bleistift. In ihren ersten zwei Lebensjahren wachsen die Jungtiere sehr schnell. Da ihre die schuppige Haut nicht mitwächst, streifen sie diese zwei bis dreimal im Jahr als Ganzes ab. Junge Kreuzottern fressen fast ausschließlich kleine Frösche und Eidechsen. Erwachsene Tiere jagen vor allem Feld, Rötel- und Spitzmäuse, sowie Grasfrösche, Wald- und Zauneidechsen. Einer ausgewachsenen Kreuzotter genügen zehn bis 15 Mäuse im Jahr.

Natürlicherweise kommen Kreuzottern an feuchten und oft kühlen Standorten vor, an denen die Sonne jedoch ausreichend wärmt (z.B. Moore). Häufig sind es Lebensräume, die der Mensch geschaffen hat:

• Waldlichtungen, sonnige nährstoffarme Ränder von Waldwegen und Wäldern.

• Magerwiesen.

• Steinbrüche, Teichdämme, Leitungstrassen oder ähnliche Biotopflächen.

Die Kreuzotter im Naturpark

Im Naturpark Oberpfälzer Wald findet man die Kreuzotter beispielsweise noch im Schönseer Land oder nördlich von Oberviechtach. Die Kreuzotter profitiert dort von der hohen Strukturvielfalt mit einer engen Verzahnung zwischen lichtem Wald, den vielen heckenbestandenen Steinriegeln und den Feuchtkomplexen.

Die Kreuzotter ist besonders geschützt und gilt in Bayern nach der Roten Liste als in ihrem Bestand "stark gefährdet", in Ostbayern sogar "vom Aussterben bedroht". Alle in Bayern vorkommenden Schlangen sowie die Blindschleiche stehen unter Naturschutz, deshalb darf man sie weder anfassen noch fangen oder töten.

Hilfe für die Kreuzotter

Kreuzottern sind keine große Gefahr für den Menschen. Umgekehrt ist aber die Kreuzotter in der von Menschen geprägten Kulturlandschaft inzwischen so gefährdet, dass sie vielerorts schon verschwunden ist. Will man heimische Kreuzottern und andere Reptilien schützen, muss man alle Teile ihres Lebensraums berücksichtigen: Winterquartiere, Paarungsplätze und Sommerreviere – und darin wiederum die Verstecke, Sonnplätze und Nahrungstiere.

Um einen geeigneten (Teil) Lebensraum für Kreuzottern neu zu schaffen, genügen oft schon wenige Quadratmeter. Da die Reptilien die Wärme der Sonne brauchen, muss die Fläche trocken und sonnig sowie nach Südosten oder Süden bis Westen exponiert sein. Damit sie Nahrung finden, sollten außerdem kleine Gewässer in der Nähe sein, in denen Amphibien leben.

Mögliche Maßnahmen zur Förderung von Kreuzottern:

• Lesestein- oder Reisighaufen anlegen

• Holzstapel aus Restholz aufschichten

• strukturreiche und besonnte Randstreifen schaffen

• kleinere Gewässer für Amphibien gestalten

• Zwergstrauchheiden und Magerrasen erhalten

• natürliche Felsstandorte auflichten

 

Wenn Sie eine Kreuzotter gesehen haben, können Sie Ihre Meldung gerne an den Naturparkverein weitergeben:

Tel. 09431/471-373, Email: npv@naturpark-opf-wald.de

 

Weitere Infos im Faltblatt „Die Kreuzotter im Naturpark Oberpfälzer Wald“.

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