Das Indische Springkraut (Impatiens glandulifera)
Die dieses Mal vorgestellte Pflanze ist sicherlich jedem schon einmal aufgefallen. Das Indisches oder Drüsige Springkraut mit seinen purpurroten, rosa oder weißen Blüten kommt bei uns praktisch überall an Flussläufen, Gräben und Waldrändern in großen Beständen vor. Es liebt feuchte bis nasse, nährstoffreiche Böden an Standorten mit hoher Luftfeuchtigkeit. Die ursprünglich aus dem Himalaya stammende Art wurde als Zierpflanze 1839 erstmals nach England importiert und danach in vielen europäischen Gärten kultiviert. Schon bald entkam sie aus den Gärten und hat sich seither sehr erfolgreich ausgebreitet. Auch Imker pflanzten die Art als Bienenweide an.
Das Indische Springkraut ist eine einjährige Pflanze, die in kürzester Zeit Wuchshöhen von bis zu 2 Metern erreichen kann. Die Blütezeit reicht ungefähr vom Juli bis zum ersten Frost. Die Bestäubung der etwa 3 bis 4 cm großen Blüten erfolgt durch Honigbienen, seltener durch Hummeln. Der reichlich produzierte Nektar ist stark zuckerhaltig. Das Springkraut bietet auch einen sehr hochwertigen, ebenfalls zuckerhaltigen Pollen an. Die Attraktivität für Blütenbesucher kann so weit gehen, dass andere Pflanzenarten deshalb weniger von Bestäubern besucht werden. An einer Pflanze sind oft gleichzeitig Knospen, Blüten und Früchte vorhanden. Wenn diese reif sind, schleudern sie auf kleinsten Druck hin, der schon durch Regentropfen ausgelöst werden kann, die Samen bis zu sieben Meter weit wie kleine Gewehrkugeln heraus. Die Keimfähigkeit der schwimmfähigen Samen bleibt mehrere Jahre erhalten, was zur starken Ausbreitung mit beigetragen hat.
Die deutsche Bezeichnung Springkraut weist ebenso wie der Gattungsname Impatiens (lateinisch ungeduldig, empfindlich) auf den Verbreitungsmechanismus hin, indisch auf die ursprüngliche Herkunft. Drüsig wird es aufgrund von Drüsen an Blattstiel und Blattgrund bezeichnet, was auch die lateinische Artbezeichnung glandulifera bedeutet. Da die Blüten fast wie Orchideen aussehen, wird auch das Springkraut manchmal Bauernorchidee oder Siedlerstolz genannt.
Einige bezeichnen das Indische Springkraut als invasiven Neophyten, also als eine hier nicht heimische, aber fest eingebürgerte Pflanzenart, welche sich auf Kosten anderer Organismen ausbreitet. Tatsächlich bildet das Springkraut, wenn auch erst im Hochsommer, große Bestände, in denen sich andere Arten kaum entwickeln können. Wo erst wenige Pflanzen vorhanden sind oder die Bestände seltene Arten gefährden, kann eine Bekämpfung durch Ausreißen oder Abschneiden kurz vor der Blüte sinnvoll sein. Ein komplettes Zurückdrängen des Indischen Springkrauts ist allerdings wohl nicht mehr möglich, so dass uns der Anblick der dekorativen, aber nicht ganz unproblematischen Pflanze je nach Sichtweise Freude oder aber Stirnrunzeln und Kopfzerbrechen bereiten kann.
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