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Die Eiche – standhaft, nahrhaft, symbolhaft

Standhaftigkeit, Stärke, Kraft – wenn diese Merkmale im Zusammenhang mit einer Baumart genannt werden, dann denkt man meistens an die Eiche.

Zwei Arten sind bei uns ursprünglich heimisch: Die Stiel- oder Sommereiche und die Trauben- oder Wintereiche. An den Blättern und besonders an ihren Früchten, den Eicheln, kann man sie unterscheiden. Bei der Stieleiche stehen die Früchte auf einem langen Stiel, während sie bei der Traubeneiche fast stiellos, traubenartig, zusammensitzen. Mit den buchtig gelappten Blättern jedoch ist es umgekehrt. Die Stieleiche hat fast stängellose Blätter, während bei der Traubeneiche die Blattstiele meist 2 – 3 cm lang sind. Bei der Traubeneiche bleiben im Gegensatz zur Stieleiche auch mehr Blätter den Winter über hängen, daher der Name Wintereiche.

Eichen werden normalerweise bis zu 500 Jahre alt. Es soll aber auch ältere Exemplare mit 700 oder sogar 1.000 Jahren geben. Dank einer langen, tiefreichenden und kräftigen Pfahlwurzel weist der Baum eine sehr gute Sturmfestigkeit auf. Einen „Kerl wie eine Eiche“ wirft so schnell nichts um. Die Wuchshöhe beträgt etwa 30 bis 35 Meter. Mit ihren knorrigen, weit ausladenden und oft horizontal abstehenden Ästen bildet die Eiche eine mächtige, unregelmäßige und starkästige Krone. Der Stamm der Eiche kann einen Durchmesser von bis zu drei Metern haben. Die Rinde von Stamm und Ästen ist in jungen Jahren glatt, später wird eine dicke, tief längsrissige Borke gebildet.

Bis zum Herbst entwickeln sich in einem halbrunden „Hütchen“ die nussartigen, stärke- und gerbstoffreichen Eicheln. Sie fanden geröstet als Kaffee-Ersatz und in außergewöhnlichen Notzeiten auch zur Brotbereitung Verwendung. Von Schweinen werden sie sehr gerne gefressen, weswegen diese früher in die Eichenwälder getrieben und mit den Eicheln gemästet wurden. Aus dieser Zeit stammt der Spruch: „Auf den Eichen wächst der beste Schinken“. Auch andere Tiere ernähren sich von Eicheln. Der Eichelhäher sorgt durch die Anlage seiner Nahrungsdepots zusätzlich auch für die Verbreitung der Eichen. Der Volksmund kennt zu den Eicheln einige Regeln. Fallen beispielsweise viele Eicheln im Herbst auf den Boden, so deutet dies auf einen langen und harten Winter hin.

Das Eichenholz ist hart, sehr dauerhaft und gut zu bearbeiten. Es wird als Bauholz im Hoch-, Tief- und Schiffsbau verwendet, zu Eisenbahnschwellen und Parkett, für Treppen und als Möbelholz verarbeitet und liefert auch ein hervorragendes Brennholz. Für gute Weine, Brände und Whiskys sind Eichenfässer unerlässlich.

In der Naturheilkunde findet die Rinde junger Äste, Blätter und Früchte Verwendung. Gemahlen oder als Sud wirkt sie blutstillend, fiebersenkend, antiseptisch und stärkend.

Die Eiche besitzt bei vielen Völkern die höchste Stellung unter den Bäumen. Eine besondere Bedeutung erhielt sie durch die enge Beziehung zum jeweiligen Himmelsgott. So war sie dem Zeus bei den Griechen, dem Jupiter bei den Römern und in Germanien dem Donner- und Kriegsgott Donar geweiht. Dieser liebkoste mit seinen Blitzen bevorzugt die Eichen, weswegen wohl das Sprichwort von den Eichen, vor denen man weichen soll, entstand. Im Zuge der Christianisierung wurden jedoch viele dieser den Germanen heiligen Eichen gefällt. 723 ließ Bonifatius, der „Apostel der Deutschen“, das wahrscheinlich bedeutendste Baumheiligtum, die Donareiche in der Nähe von Kassel, umhauen, um damit zu zeigen, dass er sich nicht vor den heidnischen Göttern fürchtete.

Unter Gerichtseichen wurde oft über Leben und Tod entschieden. Eichen standen auch namensgebend für viele Ortschaften und Lagebezeichnungen wie Eichstätt oder Eichental. Und Pflanzungen von Eichen zu besonderen Anlässen sind auch bei uns zu finden: Die Kaisereichen beim Eixendorfer Stausee beispielsweise erinnern an das „Drei-Kaiser-Jahr“ 1888. Und in Wutzelskühn wurde 1911 anlässlich des 90. Geburtstags von Prinzregent Luitpold von Bayern eine Eiche gepflanzt, die demnächst sogar als Naturdenkmal ausgewiesen werden soll.

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