Die Buche – „Mutter des Waldes“
Als erstes wird eine Baumart vorgestellt, die besonders gut an die Klima- und Bodenbedingungen bei uns angepasst ist. Die Buche, botanisch als Fagus sylvatica bezeichnet, wächst sowohl auf bodensauren wie auch auf kalkreichen Böden. Auf mittleren Standorten, das sind weder besonders trockene noch besonders feuchte, weder besonders warme noch besonders kalte, ist sie nahezu konkurrenzlos. Mitteleuropa wäre ein einziger großer Buchen- oder Buchenmischwald, wenn der Mensch nicht eingegriffen, manche Wälder gerodet und viele der verbleibenden Wälder umgestaltet hätte. Deshalb und weil sie mit ihren Wurzeln und mit ihrem Laub den Boden auflockern und verbessern kann, wird sie auch als „Mutter des Waldes“ bezeichnet. Sie ist der häufigste Laubbaum in unseren Wäldern. In ganz Bayern beträgt der Anteil etwa 12 %, im Landkreis Schwandorf rund 3,5 % der vorkommenden Baumarten.
Die Buche kann 30 bis 50 m hoch werden. Im Freistand hat sie eine tiefe Beastung und eine weit ausladende Krone. Ihre Rinde ist grau und glatt. Die Blätter sind spitz-eiförmig mit welligem Rand und glänzend grün. Ihre Herbstfärbung ist bräunlich bis gelbrot. Die Knospen sind auffällig lang-spindelförmig, schlank und zugespitzt. Ihre Früchte sind die bekannten Bucheckern. Erwähnenswert ist auch ihr Herzwurzelsystem mit intensiver Durchwurzelung im Stammfußbereich und einem hohen Feinwurzelanteil. Sie kann bis zu 300 Jahre alt werden, in Einzelfällen sind aber auch ältere Exemplare gefunden worden.
Die Buche liefert ein schweres, hartes Holz. Es wird vielseitig von der Papierherstellung bis zum Möbelbau eingesetzt. Zudem ist das Holz der Buche ein hervorragendes Brennholz.
Interessant ist, dass der Begriff für unsere Buchstaben sich von Buchen-Holzstäben ableitet. Diese wurden zum Deuten der auf ihnen eingeritzten Runen vom Boden auf-„gelesen“. Die althochdeutsche „buoh“, eine Holzschreibtafel aus Buche, ist der Namensgeber für unsere Bücher.
Bei zahlreichen Ortschaften oder Landschaftsbestandteilen war die Buche „Pate“, z.B. Schönbuchen oder Buchberg.
Trotz der Allgegenwärtigkeit der Buche spielt sie im Vergleich zu anderen Baumarten im Volksglauben nur eine untergeordnete Rolle. Es heißt, dass Buchenholz im Neumond gehauen, dauerhaft ist und vom Wurm nicht leicht zerfressen wird. Viele Bucheckern im Herbst bedeuten einen strengen und harten Winter oder ein Mäusejahr. In der Naturheilkunde soll ein Aufguss von Buchenrinde fiebersenkende und antiseptische Wirkung haben. Er wird auch bei Erkrankungen der Atemwege sowie bei Verletzungen und Infektionen der Mundschleimhaut verwendet. Nach dem Volksglauben werden Buchen nur selten vom Blitz getroffen. Darauf bezieht sich bei Gewitter der Spruch „Vor Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen!“. Diese Aussage stimmt so nicht und wird darauf zurückgeführt, dass der Blitzschlag an Eichen deutlichere Schäden hinterlässt als an der Buche.
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