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16.10.2019

Der Bundespräsident ehrt Hubert Fleischmann

Landrat Thomas Ebeling händigte am Freitag, 11. Oktober , in einer Feierstunde im Castillonsaal in Nabburg das Bundesverdienstkreuz am Bande mit Urkunde an Herrn Hubert Fleischmann aus.

Neben Hubert Fleischmann und seiner Familie konnte der Landrat auch zahlreiche Ehrengäste und langjährige „Mitstreiter zum Wohle der Ameisen“ begrüßen. 

Die Laudatio sprach der Zweite Vorsitzende der Bund Naturschutz Kreisgruppe Schwandorf, Arnold Kimmerl. Er würdigte Fleischmanns beispielhaftes Engagement für den Schutz der Ameisen. Sein Wirken für Natur und Menschen verbinde viele Gleichgesinnte in der Einsicht für die verantwortungsvolle Erhaltung und Gestaltung der uns anvertrauten Geschöpfe und Lebensgrundlagen. 

Ordensbegründung: 

Fleischmann stellt einen sehr großen Teil seiner Zeit und Kraft in den Dienst des Ameisenschutzes und damit des Allgemeinwohls. 

Seit der Gründung des „Ameisenschutzverein Hirschberg e. V.“ im Jahr 1985 bekleidet Herr Fleischmann das Amt des 1. Vorsitzenden. Der Ameisenschutzverein mit mehr als 600 Mitgliedern setzt sich zum Ziel, den weiteren Rückgang der Ameisen aufzuhalten, sie zu schützen, zu fördern und ihre natürliche Vermehrung zu unterstützen. Waldameisen tragen zu einer Stabilisierung des ökologischen Gleichgewichts im Wald bei. Sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für viele Waldtiere, bedeutende Verbreiter von Samen sowie Vertilger von Schadinsekten.

Die Arbeit des Vereins reicht von Bestandsaufnahme, der Bestandsüberwachung, der Forschung, der Information über direkte Schutz- und Hegemaßnahmen bis hin zur Hinwirkung auf den Erhalt der Lebensräume der Waldameisen. Durch sein unermüdliches Engagement zum Schutz der Ameisen hat Herr Fleischmann bereits ca. 2000 Waldameisenvölker aus Baustellen und bedrohten Bereichen gerettet.

Ein ebenso großes Anliegen ist Herrn Fleischmann die Öffentlichkeitsarbeit des Ameisenschutzvereins und besonders die Jugendarbeit. Dazu gehört auch die Betreuung der Ameisenschutz- und Lehrgebiete in Nabburg, Neunburg vorm Wald und Stockheim in der Rhön sowie des Waldameisenlehrpfads im Oberpfälzer Freilandmuseum in Perschen. In diesem Rahmen führt er zahllose Waldspaziergänge mit Schulklassen und Kindergärten durch und organisiert seit über
12 Jahren ein einwöchiges Zeltlager in den Sommerferien. 

Bereits seit 1989 ist Herr Fleischmann Ausbildungsobmann des Landesverbandes der Ameisenschutzwarte Bayern und bildete mehr als 1.600 Personen aus dem In- und Ausland zu Ameisenhegern aus. Diese Ausbildung umfasst die Vermittlung von Grundkenntnissen sowie Rettungsumsiedlung und Artenbestimmung. 

Seit 1990 leitet Herr Fleischmann das bis dato einzigartige „Bayerische Informationszentrum für Ameisenkunde“ in Nabburg, welches derzeit über 13.600 Bücher, Schriften und Veröffentlichungen über Ameisen zur Verfügung stellt. Die Sammlung des Archivs wird durch Herrn Fleischmann in hervorragender Weise betreut und hat inzwischen eine entsprechende Außenwirkung und Verbreitung in Fachkreisen gefunden.

Seit 1989 ist Herr Fleischmann außerdem Mitglied im Naturschutzbeirat des Landkreises Schwandorf und seit 1991 dort als Naturschutzwächter tätig.

Herr Fleischmann gründete 1996 den „Arbeitskreis für Not- und Rettungsumsiedelung von Waldameisenvölkern“, dessen Vorsitzender er seitdem ist. Er führt alle Daten zu Rettungsumsiedelungen in Deutschland zusammen und wertet diese aus. 

Seit 2006 ist Herr Fleischmann zudem als 2. Vorsitzender der „Ameisenschutzwarte Landesverband Bayern e. V.“ tätig. In dieser Funktion ist er auch der Leiter der Geschäftsstelle des Verbandes und Vorstandsmitglied der „Stiftung ANKORO zur Förderung der Ameisenschutzwarte Landesverband Bayern e. V.“. Er richtete die Internetseite www.ameisenschutzwarte-bayern.de beziehungsweise www.ameisenfreunde.de ein und aktualisiert sie regelmäßig. 

Bild:

Landrat Thomas Ebeling händigt die Ordensinsignien an Hubert Fleischmann aus

(Foto: Clemens Hösamer, Oberpfalzmedien)